Bachstraßen-Areal in Jena: Ein wichtiger erster Schritt

07.10.2021 - Presse

Der 22. September 2021 könnte als die Geburtsstunde des neuen Instituts für Pharmazie in die Geschichte der Universität Jena eingehen. An diesem Mittwoch im Herbst 2021 haben Thüringens Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee, der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena Walter Rosenthal und der Jenaer Oberbürgermeister Thomas Nitzsche in einem Pressegespräch die Nutzungspläne für das sogenannte Bachstraßen-Areal vorgestellt. Das Institut für Pharmazie wurde dabei an erster Stelle im Bereich der sogenannten Lebenswissenschaften genannt und dies noch vor den anderen Wissenschaften der biomedizinischen Fachbereichen - Ernährung, Biodiversität, längerfristig auch Pharmakologie, Physiologie und Anatomie.

„Für Thüringen ist das ein guter und sehr wichtiger Tag.“, freut sich Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen. „Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, natürlich muss ich mich als Vertreter der Landesapothekerkammer darüber froh sein. Aber in allererster Linie freue ich mich als Thüringer und perspektivisch als Patient. Denn diese Entscheidung für ein neues, erweitertes Institut für Pharmazie an der Friedrich-Schiller-Universität ist nicht nur eine Investition in die Zukunft der Universität und der Stadt Jena. Sie ist vor allem eine Investition in die Zukunft Thüringens und seiner Bürgerinnen und Bürger.“

Pharmazie in Thüringen - das ist eine bewegte Geschichte und eine ständige Herausforderung. Zu DDR-Zeiten geschlossen, wurde das Institut 1992 mit viel persönlicher Initiative und hoher Kompromissbereitschaft wieder eröffnet. Das zersplitterte und über die gesamte Stadt verteilte Institut sollte bereits Ende des letzten Jahrhunderts in der Jenaer Schott-Straße den dringend benötigten Neubau bekommen. Doch die Pläne zerschlugen sich, so dass sich im kommenden Jahr, die Neugründung zum 30. Mal jährt, ohne dass sich substanzielle Verbesserungen an der räumlichen Situation im Vergleich zum Jahr 2000 ergeben hätten.

„Wahrscheinlich bin ich deswegen über diesen Silberstreif am Horizont so glücklich.“, sagt Apotheker Neidel, der selbst in Jena Pharmazie studiert hat. „Jetzt ist es wichtig, dass die zukünftigen Apothekerinnen und Apotheker Thüringens schnell in modernen und vor allem erweiterten Räumlichkeiten ihr Studium aufnehmen können. Denn wir brauchen sie. Eigentlich sofort, aber immerhin gibt es jetzt eine Perspektive für den pharmazeutischen Nachwuchs.“

Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Thüringen ist seit Jahren rückläufig, aber die Zahl der in den Apotheken tätigen Apothekerinnen und Apotheker steigt stetig an. Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich leicht auflösen. „Die Aufgaben für Apothekerinnen und Apotheker werden immer anspruchsvoller. Das moderne Medikationsmanagement hat sich in den letzten Jahren zum Standard entwickelt. Doch dafür braucht man neben Expertise und speziellen Fertigkeiten vor allem Zeit, um sich der Patientin oder dem Patienten zuwenden zu können. Dass das erfolgreich funktionieren kann, haben wir in Thüringen mit dem ARMIN-Projekt gezeigt. Nun brauchen wir nur noch die nötigen Fachkräfte dazu. Und den politischen Willen, ARMIN fortzusetzen und auszuweiten.“ Aber das sei eine andere Baustelle, so Neidel.

zurück zur Übersicht