Anzahl Thüringer Apotheken auf dem Land im freien Fall

17.08.2021 - externe Gremien, Information & Internet, Apothekenwesen

Derzeit gibt es in Thüringen 521 öffentliche Apotheken. Diese Zahl befindet sich deutlich unter dem Niveau von 1997, als es in Thüringen 532 Einzelapotheken gab. Zum Ende des Jahres 2010 waren es sogar 583, was bedeutet, dass sich innerhalb von 10 Jahren die Apothekenzahl um mehr als 61 Standorte reduziert hat. Doch das ist mehr als eine Statistik.

Lehesten. Brotterode. Steinheid. Ziegenrück. Kirchheilingen. Körner. Schönbrunn. Plaue. Barchfeld. Großfahner. Stadtlengsfeld. Warza. Und seit Mitte dieses Jahres Teichwolframsdorf/Mohlsdorf und Ranis.

14 Orte und Kleinstädte in Thüringen, in denen es heute keine Apotheke mehr gibt, weil sie in den letzten 13 Jahren für immer geschlossen wurde. 14 Orte, in denen die Gesundheitsversorgung und damit die Lebensqualität spürbar schlechter geworden ist, in ländlichen Regionen, dem Herzen Thüringens. 14 Orte, deren Namen mehr als Statistik sind. Hinter ihnen stehen Menschen, sie sind Ausdruck für ein Thüringer Lebens- und Wir-Gefühl. Und diese Ortsnamen werfen Fragen auf, Fragen, auf die die handelnde Politik auf Landes- und auf Bundesebene Antworten finden muss.

Wahlradar Gesundheit: Gesundheitsversorgung vor Ort - nur in der Stadt wirklich gut?

75 Prozent der Deutschen bewerten die Qualität ihrer Gesundheitsversorgung vor Ort mit „gut“, „sehr gut“ oder „ausgezeichnet“. Allerdings gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen Stadt und Land, wobei die Zufriedenheit in den Städten mit 76 Prozent sehr viel größer ist als im ländlichen Raum mit nur 45 Prozent. Die Qualität der Gesundheitsversorgung durch die Apotheken vor Ort wird derweil bundesweit von 83 Prozent aller Erwachsenen als mindestens „gut“ bezeichnet. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Meinungsinstituts YOUGOV unter mehr als 2.000 Erwachsenen, die im Auftrag der Initiative „Wahlradar Gesundheit“ durchgeführt wurde. Die Initiative fördert auf lokaler Ebene den politischen Dialog mit den Direktkandidatinnen und -kandidaten aus dem jeweiligen Wahlkreis über den aktuellen Stand und die Zukunft der Gesundheitsversorgung der Menschen vor Ort.

„Die große Diskrepanz zwischen Stadt und Land lässt aufhorchen. Egal, ob es sich um individuelle Probleme oder strukturelle Versorgungsdefizite handelt – hier sind die Politiker vor Ort gefragt, den Menschen zuzuhören, ihre Probleme zu verstehen und Lösungen zu entwickeln.“ sagt Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Mit dem ‚Wahlradar Gesundheit‘ möchten die Apotheker vor der Bundestagswahl dazu beitragen, dass dieser Dialog zwischen Wählern und Direktkandidaten gefördert wird.“ Jede Bürgerin und jeder Bürger könne sich unter www.wahlradar-gesundheit.de auf einer Deutschlandkarte über die gesundheitspolitischen Positionen von Kandidaten und Kandidatinnen in seinem eigenen Wahlkreis informieren, so Overwiening.

Die Ergebnisse im Detail: Auf die Frage „Wie beurteilen Sie persönlich die Qualität der Gesundheitsversorgung (auf der Basis Ihrer eigenen Erfahrungen)?“ antworteten 7 Prozent der Deutschen mit „ausgezeichnet“, 28 Prozent mit „sehr gut“ und 40 Prozent mit „gut“. Weitere 18 Prozent halten die Qualität für „mittelmäßig“ und 4 Prozent für „schlecht“. 3 Prozent sagen „weiß nicht / keine Angabe“. Die Leistungen der Apotheken vor Ort bewerteten 11 Prozent mit „ausgezeichnet“, 34 Prozent mit „sehr gut“ und 38 Prozent mit „gut“. 10 Prozent halten die Qualität für „mittelmäßig“, 2 Prozent für „schlecht“ (5 Prozent: „weiß nicht / keine Angabe).

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