In der Krise erkennt man Wahrheiten - und manche schmerzen

27.04.2020 - externe Gremien, Geschäftsführung
Kommentar der Geschäftsführung :
Die Entscheidung des Thüringer Bildungsministeriums, „dass es dabei bleiben wird, Apothekenmitarbeiter bei der Notbetreuung nicht unter die Kategorie A + zu zählen sind“, ist falsch und in dieser Form nicht nachvollziehbar.

Das Schlimmste daran ist, dass das Ministerium nicht einmal zum Schein versucht hat, auf unsere Argumente einzugehen und sie sachlich zu entkräften. Letztlich geht es ja auch nicht, denn natürlich versorgen pharmazeutische Mitarbeiter unmittelbar Kranke und pflegebedürftige Personen. Richtig und ehrlich wäre es dann aber gewesen, uns mitzuteilen, dass unseren Argumenten zwar nicht widersprochen wird, aber - aus all den genannten Gründen, die dann ausgeführt werden (möglichst kleine Gruppen, die nicht überlastet werden dürfen, was durch weitere Erweiterungen befürchtet wird), die Apothekenmitarbeiter dennoch nicht berücksichtigt werden können. Ehrlich wäre es dann auch, die Vorgaben der Gruppe A+ zu ändern und dies auch öffentlich zu machen. So aber kann die Thüringer Regierung nach außen den Schein wahren - „Wir haben an alle gedacht.“ Hat sie aber nicht.

Diese Entscheidung ist eine rein politische. Schon, weil sie den Sachargumenten widerspricht, kann dies keine gute Politik sein. Es ist zweifellos eine schwierige Zeit, in der schwierige Entscheidungen zu treffen sind. Viele Menschen haben dafür Verständnis und könnten auch akzeptieren, wenn derzeit nicht alle Wünsche erfüllt werden und seien sie noch so berechtigt. Was die Menschen und Bürger in diesem Land aber gar nicht gutheißen, ist, wenn sie für dumm verkauft werden sollen.

Wertschätzung und Respekt sehen anders aus.
Kein normal denkender Mensch würde behaupten, dass Apotheken nicht unmittelbar mit der Versorgung von Kranken und pflegebedürftigen Menschen betraut wären. In den beiden Thüringer Ministerien für Bildung und Gesundheit würde dies öffentlich sicher auch niemand bestreiten. Allein aus politischem Kalkül handeln sie jedoch entgegengesetzt und haben dann nicht einmal den Mut, zu diesem Handeln offiziell zu stehen. Es ist offensichtlich und letztlich traurig wie sehr sich die Wertschätzung der Thüringer Regierung für die Arbeit in den Apotheken, von der des Bundesgesundheitsministers absetzt.

„Sie, die Apothekerinnen und Apotheker, und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den öffentlichen Apotheken und den Krankenhausapotheken sind ein entscheidender Baustein in der Versorgung, um die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland zu unterstützen und zu schützen. … Nur durch Ihren Einsatz können wir es schaffen, die notwendige Versorgung von Patientinnen und Patienten, wie zum Beispiel von chronisch Kranken oder älteren Menschen, aber auch die Versorgung der COVID-19-Erkrankten bestmöglich zu sichern. Ich weiß sehr genau, dass Sie bei dieser Aufgabe täglich persönliche Belange hinten anstellen, kreative und professionelle Lösungen finden und Patientinnen und Patienten ausführlich informieren und ihnen Sicherheit geben. Vielen herzlichen Dank für diesen außergewöhnlichen Einsatz“, erklärte der Gesundheitsminister Jens Spahn in einem Schreiben in die Apotheken in Deutschland vom April 2020

In Thüringen sehen Bildungsministerium und leider auch das Gesundheitsministerium das offensichtlich anders.

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