Beratungsintensive Arzneiformen - ein Update 2020

09.03.2020 - Fortbildung
Am 24. März laden wir Sie sehr herzlich zu einer Fortbildungsveranstaltung ins Thüringer Apothekerhaus ein. Galenische Neuerungen führen immer häufiger zu Arzneimitteln, die in ihrer Anwendung vom traditionellen, vertrauten Arzneimittelgebrauch abweichen. Häufig werden Patienten erstmals mit einer für sie völlig ungewohnten Arzneiform konfrontiert. Um die für den Therapieerfolg notwendige, richtige Anwendung zu sichern, erhöht sich der Erklärungsbedarf bei der Abgabe solcher moderner Arzneimittel in den Apotheken. Auch bei der Erstellung von Medikationsplänen gehören ergänzende Anwendungshinweise galenischer Besonderheiten zu den originären Aufgaben der Apotheke und dienen der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS).

Teil 1 der Fortbildungsreihe befasst sich mit Beratungsschwerpunkten bei oralen Arzneiformen. Ausgehend von den Anwendungsproblemen, wie z.B. Zubereitung und Dosierung von Antibiotika-Säften, Teilung von Tabletten, Einnahme von Kapseln, buccale und sublinguale Arzneiformen, werden wichtige Beratungstipps an Beispielen veranschaulicht und nach Möglichkeiten zu Übersichten für die Offizin zusammengefasst. Sowohl schon etablierte als auch neueste galenische Formen werden einer kritischen Analyse hinsichtlich Einnahmezeiten, Verhältnis zur Nahrungsaufnahme, Substitutionsmöglichkeit bei Rabattverträgen und Compliance-Verbesserung unterzogen.

Nach dem Seminar zur oralen Applikation befasst sich Teil 2 mit Beratungsschwerpunkten bei nasaler und inhalativer Applikation, zur Anwendung von Ohren- und Augentropfen sowie bei rektalen und vaginalen Arzneiformen. Schwerpunktmäßig werden Anwendungsprobleme aus der Sicht der Patienten analysiert. Beispielhaft sie hier die intranasale Anwendung von Schmerzmitteln genannt, die für die Behandlung von Durchbruchschmerzen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Bei inhalativen Arzneiformen in der Asthma- und COPD-Therapie ist der Therapieerfolg sehr häufig durch Anwendungsfehler limitiert. Dabei stellt der Wechsel der Applikationsgeräte, z.B. aufgrund von sich ändernden Rabattverträgen, ein zusätzliches Compliance-Problem dar. Besonderes Beratungsgeschick erfordern moderne intravaginale Arzneiformen, um notwendige Zusatzinformationen für besondere Therapiesituationen an die Frau zu bringen.

Zu vielen wichtigen Beratungsschwerpunkten und damit verbundenen Handlungsabläufen werden im Seminar Arbeitsblätter erstellt und können im Apothekenalltag eine praktische Umsetzungshilfe sein. Jeder Teilnehmer am Trainingsprogramm erhält umfangreiche Seminarunterlagen sowie Arbeitsblätter für die individuelle Vertiefung und Aktualisierung des Beratungswissens sowie zur praktischen Anwendung im Apothekenalltag.

Leiter des Seminars ist Dr. Klaus Gerlach aus Oelsnitz im Erzgebirge.

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