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Hinschauen. Ansprechen. Handeln.
31.08.2026 - Presse

Thüringer Heilberufe setzen gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Gewalt gegen Frauen findet mitten in unserer Gesellschaft statt. Sie kann jede Frau treffen – unabhängig von Alter, Herkunft, sozialem Hintergrund oder Beruf. Auch das Gesundheitswesen spielt beim Schutz und bei der Unterstützung Betroffener eine wichtige Rolle. Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Apothekerinnen und Apotheker sowie Angehörige weiterer Gesundheitsberufe gehören häufig zu den ersten Ansprechpersonen außerhalb des persönlichen Umfelds. Sie können Warnsignale erkennen, ein Gespräch ermöglichen und den Zugang zu professioneller Hilfe eröffnen.

Gleichzeitig betrifft Gewalt auch Menschen, die selbst im Gesundheitswesen arbeiten. Frauen sind in vielen Gesundheitsberufen besonders stark vertreten. Damit stellt sich die Frage nicht nur, wie Patientinnen besser erkannt und unterstützt werden können, sondern auch, wie Gesundheitseinrichtungen mit Mitarbeiterinnen umgehen, die selbst von häuslicher oder partnerschaftlicher Gewalt betroffen sind.

Unter dem Titel „Hinschauen. Ansprechen. Handeln. – Thüringer Heilberufe gegen Gewalt an Frauen“ laden die Thüringer Heilberufe deshalb am Dienstag, 24. November 2026, zu einer gemeinsamen interprofessionellen Veranstaltung in das Thüringer Apothekerhaus „J. B. Trommsdorff“ in Erfurt ein. Die Veranstaltung findet unmittelbar vor dem Orange Day, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, statt.

„Gewalt darf nicht übersehen werden. Gerade die Heilberufe haben aufgrund ihrer Nähe zu den Menschen die Möglichkeit, Betroffene frühzeitig wahrzunehmen und Unterstützung zu vermitteln“, so die gemeinsame Botschaft der beteiligten Organisationen. Ziel der Veranstaltung ist es, Aufmerksamkeit zu schaffen, Handlungssicherheit zu vermitteln und die Zusammenarbeit zwischen Heilberufen, Politik und Hilfesystemen zu stärken.

Von der Diskussion zum konkreten Handeln

Den Auftakt bildet von 13.00 bis 14.30 Uhr eine Podiumsdiskussion. Vertreterinnen und Vertreter aus Heilberufen und Politik diskutieren darüber, wie Gewalt gegen Frauen im Gesundheitswesen erkannt, angesprochen und Hilfe ermöglicht werden kann. Dabei geht es sowohl um den Kontakt mit betroffenen Patientinnen als auch um die Situation von Beschäftigten im Gesundheitswesen. Auf dem Podium sind unter anderem Nadja Sthamer, Gleichstellungsbeauftragte des Freistaates Thüringen; Ingrid Wittig, Apothekerin aus Schleiz; MdL Jane Croll, CDU Thüringen und MdL Lena Saniye Güngör, DIE LINKE vorgesehen; die Moderation übernimmt Ilona Helena Eisner.

Im Anschluss folgt von 15.00 bis 17.00 Uhr ein praxisorientiertes Seminar mit Ilona Helena Eisner, Sozialpädagogin, Systemischer Beraterin und Traumafachberaterin. Im Mittelpunkt stehen konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Berufsalltag: Gewalt erkennen, Betroffene sensibel ansprechen, mit schwierigen Gesprächssituationen umgehen und den Weg zu geeigneten Beratungs- und Unterstützungsangeboten eröffnen. Auch die Frage, wie Kolleginnen unterstützt werden können, die selbst von Gewalt betroffen sind, wird aufgegriffen.

Die Veranstaltung richtet sich an alle Angehörigen der Thüringer Heilberufe. Sie ist mit vier Fortbildungspunkten akkreditiert und kann kostenfrei besucht werden. Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um frühzeitige Anmeldung gebeten.

Anmeldung

Die Anmeldung ist bis zum 31. Oktober 2026 über das Kontaktformular unter www.lakt.de/Kontakt oder per E-Mail an info@lakt.de möglich. Bei der Anmeldung werden Name, Organisation bzw. Betriebsstätte und Funktion benötigt.