„Was hab’ ich?“ 31.07.2026 - Information & Internet, Fortbildung
Niemand ist Experte für alles
Wenn Sie sich in die Situation Ihrer Patientinnen und Patienten in der Apotheke hineinversetzen möchten, stellen Sie sich einfach vor, Sie müssten Ihr Auto in die Werkstatt bringen. Sie haben das Gefühl, irgendetwas stimmt nicht und der Werkstattmeister erklärt Ihnen, was das Problem ist und was zu tun wäre, damit der Wagen wieder läuft. Was denken Sie, wie schnell sind Sie am Punkt, dass Sie denken: „Verstehe ich nicht. Mich interessiert, kriegen Sie das wieder hin und was wird mich der Spaß kosten.“ Wenn Sie kein Auto haben, können Sie sich gerne auch an ihr letztes Gespräch mit dem Techniker erinnern, als die EDV mal wieder nicht so wollte wie Sie.
Dieses leichte Gefühl der Überforderung, müssen wir wahrscheinlich bei vielen Patientinnen und Patienten in der Apotheke auch voraussetzen. Nur geht es um sie selbst und nicht um ihren Wagen und anders als in unserem Beispiel, macht nicht die Werkstatt den Wagen wieder flott, sondern die Patientin, der Patient selbst muss die „Reparatur“ durchführen. Deshalb ist es so wichtig, dass sie verstehen, was das Problem ist und was zu tun ist, um es zu lösen.
Fachsprache ist wichtig, hat aber ein Problem
Seit inzwischen über 15 Jahren beschäftigt sich ein Dresdner Unternehmen mit diesem Themenkomplex. „Was hab’ ich?“ ist ein unabhängiges, gemeinnütziges Unternehmen, das sich für verständliche und individuelle Gesundheitsinformationen für alle einsetzt. Angefangen hat das alles an einem „Küchentisch“. Medizinstudierende werden häufig von Verwandten gebeten, ihnen einen fachsprachlichen ärztlichen Befund zu erklären. Anfang 2011 fragten sich zwei Medizinstudierende und ein Informatiker: Was machen eigentlich diejenigen, die niemanden im Bekanntenkreis haben, die das für sie übernehmen könnten? Damit war die Idee zu „Was hab‘ ich?“ geboren.
Online Fortbildungsangebot
Neben vielen Angeboten, die sich an Patientinnen und Patienten richten -wie zum Beispiel „die Übersetzung“ von Befunden in laienverständliche Spreche - hat „Was hab‘ ich?“ für Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen den Online-Kurs „Verständlich kommunizieren: Patientenorientierte Sprache“ entwickelt.
Worum geht es?
In drei kompakten Leveln werden das Wissen und die Fähigkeiten vermittelt, medizinische Sachverhalte so zu erklären, dass alle Menschen sie gut verstehen können. Der Kurs enthält relevantes Hintergrundwissen zu Gesundheitskompetenz, Patientenorientierung und zum Informationsbedarf von Patientinnen und Patienten. Konkrete sprachliche Regeln und Formulierungsmöglichkeiten ergänzen die theoretischen Inhalte. So gelingt es, Informationen verständlich und zielgerichtet zu überbringen. Der Kurs vermittelt auch Grundlagen der schriftlichen Kommunikation. Erfahrungen zeigen, dass sich diese Kenntnisse positiv auf die Gesprächsführung auswirken.
Die drei Level können zu jeder Zeit und von jedem Ort aus bearbeitet werden. Nach erfolgreicher Teilnahme wird vom Anbieter ein Zertifikat ausgestellt. Der Kurs ist bei der Sächsischen Landesärztekammer akkreditiert und wird damit auch für Ihr Fortbildungszertifikat anerkannt.
Übrigens, wenn Sie die Idee toll finden und das von vielen Ehrenamtlichen getragene Projekt unterstützen möchten, können Sie es sehr einfach mit einer Spende unterstützen. Wie das geht, erfahren Sie auf washabich.de.