„Ich stehe da klar auf Seiten der Apotheken“ 02.03.2026 - Apothekenwesen, Presse, Information & Internet, externe Gremien, Recht
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat dem Deutschlandfunk ein ausführliches Interview gegeben. Im „Interview der Woche“ hat die CDU-Politikerin auch zu den geplanten Änderungen in der Arzneimittelversorgung und im Apothekenwesen Stellung genommen, ab Minute 18:30 geht es in der verfügbaren Aufzeichnung um dieses Thema. Sie startet mit einem klaren Bekenntnis zur Erhöhung des Fixums. sie weist darauf hin, dass dies nicht Teil eines Gesetzgebungsverfahrens sein muss, sondern über eine Verordnung geregelt werden kann, die sie flankierend zum laufenden Verfahren „im Rahmen des Gesamtpakets“ als einen Vorschlag einbringen wird.
„weil wir sie brauchen, weil wir sie in der Fläche brauchen“
Gleichzeitig bestätigt sie die geplanten Änderungen und spricht dabei von einer Stärkung der Apotheken. So seien erweiterte Leistungen, Flexibilisierung von Öffnungszeiten und die erleichterte Gründung von Zweigapotheken Maßnahmen, um Apotheken auch wirtschaftlich zu stärken. Dies sei ihr Ziel, die Apotheken vor Ort in ihrer Rolle im Rahmen der Primärversorgung zu stärken. Dass die Ärzteschaft diese Änderungen ablehnen, nimmt Ministerin Warken wahr, nimmt sie ernst und bezeichnet es auch als richtig, dass jeder Berufsstand für seine Interessen eintritt. Am Ende des Tages müsse man aber zu mehr Zusammenarbeit kommen und neue Wege gehen. Das werde allen nicht leichtfallen, aber jeder müsse sich bewegen und ein Stück weit verändern.
Vor-Ort-Apotheken als starken Bestandteil des Versorgungsnetzes ausbauen
Angesprochen auf die gestarteten Initiativen von Drogerieketten zum Versand von Arzneimitteln bekannte sich die Ministerin zu den Apotheken und meinte, durch die Vorhaben des Ministeriums werde der Versandhandel eingeschränkt – allerdings schränkte sie diese Aussage im nächsten Satz auf „strengere Kühlketten“-Vorgaben ein.
Das Fazit der Ministerin hört sich letztlich sehr gut an, allerdings passt es eben nicht zu den aktuellen Vorgaben, wenn die Ministerin davon spricht, dass „die Menschen zukünftig in der Apotheke mehr Beratung und mehr Leistung angeboten bekommen“ sollen. Wenn gleichzeitig Apotheken ohne Apotheker denkbar werden, ist das ein zumindest teilweise leeres Versprechen.