• Kontrast
  • Schrift verkleinern
  • Schrift vergrößern
Menu

Apotheken beschließen bundesweite Proteste
25.02.2026 - Presse

Die Apothekerschaft kündigt weitere bundesweite Maßnahmen an, um für eine Honorarerhöhung zu kämpfen. Die Mitgliederversammlung der ABDA hat mit dem 23. März einen bundesweiten Protesttag beschlossen.

ABDA-Präsident Thomas Preis dazu: „Wir wehren uns dagegen, dass die Apotheken kaputtgespart werden. Unsere Kosten sind in den letzten 13 Jahren um 65 Prozent gestiegen – die Vergütung hingegen stagniert. Deswegen mussten seit 2013 fast 20 Prozent der Apotheken schließen. Und ein Ende der Schließungswelle ist nicht absehbar. Unser packungsbezogenes Honorar wird von der Bundesregierung festgelegt. Der Koalitionsvertrag sieht eine Erhöhung der Vergütung von 8,35 auf 9,50 Euro pro Packung vor. Die Politik muss jetzt zu Ihrer Zusage stehen. Ohne Wenn und Aber. Sonst wird die brandgefährliche Schließungswelle der Apotheken ungebremst weitergehen. Unter den Schließungen der Apotheken leiden Patientinnen und Patienten, denn ohne eine Apotheke vor Ort wird die Versorgunglage für viele Menschen kritisch. Das können wir uns nicht leisten, erst recht nicht mit Blick auf den demografischen Wandel und die erforderliche Krisenresilienz der Arzneimittelversorgung.“

Neben den Protestmaßnahmen hat die ABDA-Mitgliederversammlung am heutigen Mittwoch auch eine Resolution verabschiedet, in der das höchste Beschlussgremium der Apothekerschaft die Bundesregierung und die Regierungsfraktionen auffordert, die Apotheken unverzüglich wirtschaftlich zu stärken. In der ABDA-Resolution warnt die Apothekerschaft auch vor aktuellen systemgefährdenden Plänen der Bundesregierung bei der Arzneimittelversorgung. „Wir wehren uns gegen die Pläne, ‚Apotheken ohne Apothekerinnen und Apotheker‘ zu etablieren. Eine Apotheke ohne ständig anwesende Apothekerin oder Apotheker ist ein gefährlicher Irrweg. Verlierer wären Patientinnen und Patienten und die Arzneimitteltherapiesicherheit.“ Zur Erklärung: Im Entwurf des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), das am Freitag dieser Woche erstmals im Bundestag beraten wird, ist eine zeitweise Leitung der Apotheken ohne Apothekerin oder Apotheker vorgesehen.