Apotheker:in zum achten Mal in Folge als Engpassberuf eingestuft

28.05.2021 - Ausbildung, Presse

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Fachkräfteengpassanalyse für das Jahr 2020. Die Analyse wird durchgeführt, um die Lage auf dem Arbeitsmarkt zu bewerten und ggf. politische bzw. administrative Entscheidungen zu treffen. Sie ist das anerkannte offizielle Instrument zur objektiven Einschätzung der Fachkräftesituation in den einzelnen Berufen. Die Fachkräfteengpassanalyse wurde bisher regelmäßig halbjährlich durchgeführt. In den letzten Jahren wurde der Apothekerberuf dabei immer als Mangelberuf ausgewiesen.

Die Methode der Engpassanalyse ist nun gegenüber den Vorjahren grundlegend überarbeitet und weiterentwickelt worden. Demnach wurden eine neue Bewertungssystematik und neue Indikatoren eingeführt, um Engpässe besser zu beurteilen und zu erkennen sowie Risiken für Engpässe zu identifizieren. Ziel ist es, durch die neue Methode die EngpassSituation objektiv, datenbasiert und nachvollziehbar zu beschreiben. Durch die Berücksichtigung von deutlich mehr Indikatoren wird die tatsächliche Situation besser erfasst.

In der Analyse werden drei Gruppen von Indikatoren identifiziert: Engpassindikatoren dienen der grundsätzlichen Einschätzung, ob in einer Berufsgruppe ein Engpass besteht; Risikoindikatoren lassen eine Prognose zu, inwieweit in der Zukunft mit Besetzungsschwierigkeiten von offenen Arbeitsstellen zu rechnen ist und Ergänzungsindikatoren wurden für eine bessere Gesamtbewertung in die Analyse aufgenommen. Sie dienen allerdings nur zur Orientierung der Gesamtsituation und lassen nicht direkt auf einen Engpass schließen, weshalb sie als Pfeile und nicht in Form von einer Punktzahl angegeben werden. Den Ergebnissen der einzelnen Indikatoren werden schließlich Punkte von 0 bis 3 zugeordnet – je höher die Zahl, desto stärker die Engpasssituation. Am Ende wird der Durchschnitt der Einzelindikatoren jeweils für die Engpass- und Risikoindikatoren errechnet. Liegt der ermittelte Wert bei über oder gleich 2,0, ist von einem Engpassberuf die Rede.

Für die Berufsgruppe Apotheker/Pharmazeuten liegt der Wert der Engpassindikatoren bei 2,5. Somit bestätigt sich auch mittels neuer Analysenmethode wiederholt der Mangel an Apothekern. Durch die Risikoindikatoren, die ebenfalls im Durchschnitt bei 2,5 liegen, kann davon ausgegangen werden, dass sich die Fachkräftesituation zukünftig zuspitzen wird. Dies wird auch dadurch bestätigt, dass die nach neuer Methode berechnete Punktzahl für das Jahr 2019 mit 2,3 noch niedriger war.

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