Erklärung der historischen Fachgruppen der naturwissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands

26.02.2021 - Information & Internet, externe Gremien, Ausbildung

Anfang des Jahres haben 7 Fachgesellschaften und Fachgruppen - unter anderem auch die Deutsche Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie - eine Erklärung Situation der Wissenschaftsgeschichte veröffentlicht. Darin heißt es: Selbstreflexion der Wissenschaften und Brückenbildner zwischen den „zwei Kulturen“: Dies leistet wie kaum ein anderes Fach die Wissenschaftsgeschichte. Sie hilft Studierenden, jungen und etablierten Forschenden ihr eigenes Tun kritisch und ethisch zu reflektieren. Sie überbrückt die verschiedenen Fachkulturen zwischen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften. Der Wissenschaftsrat hat die Brückenfunktion der Wissenschaftsgeschichte ebenso wie ihre zunehmende Bedeutung zur Integration fachübergreifender Fragestellungen betont. Die hohe Beteiligung des Fachs an koordinierten Programmen der DFG unterstreicht dies. Interdisziplinäre Forschung, exzellente Ausbildung, erfolgreiche Drittmitteleinwerbung - dafür braucht es starke Professuren!

Tatsächlich steht die Entwicklung des Faches im Widerspruch zu seiner Bedeutung: Die Zahl der wissenschaftshistorischen Professuren ging seit der Jahrtausendwende um ein Drittel zurück. Gegen diesen Trend, der aktuell die Zukunft des Faches in Deutschland bedroht, wenden sich die unterzeichnenden Fachgesellschaften mit der vorliegenden Stellungnahme, indem sie vor der Umwandlung bestehender W3/W2-Professuren für Wissenschaftsgeschichte in Juniorprofessuren warnen. Aufgrund der weitreichenden Konsequenzen für das von ihnen vertretene kleine Fach Wissenschaftsgeschichte weisen sie aus Verantwortungsbewusstsein für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Zukunft des Faches diese Praxis nachdrücklich zurück.

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