Personen aus dem Apothekenwesen werden priorisiert geimpft

12.02.2021 - interne Gremien, externe Gremien, Information & Internet, Geschäftsführung, Pandemie, Recht

„Was unternimmt die Kammer, dass sich Apotheker und Mitarbeiter zeitnah impfen lassen können?“ Diese oder ähnliche Fragen haben die Kammer-Geschäftsstelle in dieser Woche erreicht. Da wir davon ausgehen, dass das Thema Impfung gegen Covid-19 sehr viele beschäftigt, möchten wir die Antwort auf diese Frage hier öffentlich stellen:

Wer möchte, dass Apothekerinnen und Apothekenmitarbeiter früher geimpft werden, muss in Zeiten knapper Impfstoffe zwei Fragen beantworten.

  1. Wer soll stattdessen später geimpft werden?
  2. Warum sollen z.B. Mitarbeiterinnen der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz nicht ebenso hoch priorisiert werden wie Pharmazeuten?

Die Coronavirus-Impfverordnung (CoronaImpfV) definiert drei Gruppen von priorisierten Impfberechtigten:

  1. mit höchster Priorität - Personen über 80 Jahre (also mit besonders hohem Risiko für schwere Verläufe) und ärztliches und pflegendes Personal mit hohem Expositionsrisiko.
  2. mit hoher Priorität - Personen über 70 Jahre oder mit definierten Erkrankungen, die ebenfalls das Risiko für einen schweren Verlauf erhöhen. Hinzu kommen ärztliches und pflegendes Personal und weitere Personen mit entweder erhöhtem Expositionsrisiko und/oder mit unverzichtbaren Tätigkeitsbereichen in der bestehenden Pandemiesituation (öffentliches Gesundheitswesen, Testlabore).
  3. mit erhöhter Priorität - Personen über 60 Jahre und Mitarbeiter z.B. im Apothekenwesen, der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz…

Wenn die Impfung der 1. und 2. Gruppe in Thüringen abgeschlossen ist bzw. alle betreffenden Personen ein „Impfangebot bekommen haben“, können Personen aus Gruppe 3, also auch Apothekenleiterinnen und alle Mitarbeiter im Apothekenwesen, über das Informationsportal www.impfen-thueringen.de der KV oder unter der Telefonnummer 03643/4950490 einen Impftermin vereinbaren.

Dieser Ansatz, zuerst die besonders gefährdeten Personenkreise und ggf. deren direkten Betreuer sowie ärztliches Personal zu impfen, ist aus unserer Sicht gut nachvollziehbar und im Wesentlichen auch zu rechtfertigen. In Apotheken besteht die Möglichkeit, durch Hygienemaßnahmen und persönliche Schutzvorkehrungen das Infektionsrisiko stark zu reduzieren, ein Pfleger beim Hausbesuch oder eine Polizistin bei einer Demonstration kann das nur sehr bedingt.

Eine Diskussion mit der Politik zu führen, Apotheker ggf. früher zu impfen, auch wenn sie nicht zu den definierten Risikogruppen gehören und obwohl sie sich im Rahmen ihrer Tätigkeit vor einer Infektion wirksam schützen können, führt zwangsläufig zu den beiden eingangs gestellten Fragen. Die Antworten darauf sind nur sehr schwer zu geben und gesellschaftlich zu begründen. Denn bitte vergessen Sie auch nicht, dass es viele Menschen gibt - Künstlerinnen, Verkäufer außerhalb des Lebensmittelhandels, KfZ-Mechanikerinnen, Bankangestellte, Selbstständige aus allen Bereichen, die überhaupt keinen priorisierten Zugang zur Impfung haben und sich auch nicht oder nicht immer sicher wirksam schützen können.

Geduld ist auch in dieser schwierigen Zeit ein guter Ratgeber. Sie tut uns und unserem Zusammenleben gut.

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