Relevante Interaktionen zwischen Phytopharmaka und anderen Arzneimitteln

04.09.2020 - Fortbildung

Pflanzliche Arzneimittel werden von Patienten oft als nebenwirkungsarm und gut verträglich empfunden. Häufig werden sie auch zusätzlich zu einer bestehenden Therapie mit chemisch-synthetischen Arzneimitteln angewendet. Dabei wird jedoch das Interaktionspotential durch pflanzliche Arzneimittel unterschätzt.

Pflanzeninhaltsstoffe, auch aus Nahrungsmitteln wie Äpfeln oder Grapefruits, können den Stoffwechsel von Arzneistoffen gehörig stören. Ein prominentes Beispiel ist Hyperforin, ein Wirkstoff des Johanniskrauts, welches durch Induktion von CYP-Enzymen den Abbau bestimmter Arzneistoffe beschleunigen kann. Ob auch Ginkgo biloba-Extrakte eine klinisch relevante Beeinflussung der Bioverfügbarkeit von Arzneistoffen zeigen, ist bisher nicht zweifelsfrei geklärt, Hinweise aus in-vitro-Studien könnten darauf hindeuten. Aber auch für andere Pflanzenzubereitungen müssen auf die Beeinflussung der Metabolisierung von Arzneistoffen überprüft werden.

Das Problem Interaktionen mit pflanzlichen Arzneimittels darf keinesfalls unterschätzt werden und muss Teil eines fundierten Beratungsgesprächs in der Apotheke sein.

Lernziele
  • Vermittlung von Grundlagen rund um das Thema Interaktionen mit dem Fokus Phytopharmaka
  • Aufzeigen der wichtigsten Arzneipflanzen bzw. Phytopharmaka, von denen eine Interaktion ausgehen kann
  • (Handlungs-)Empfehlungen zum Umgang mit diesen Interaktionen in der täglichen Apotheken-Praxis

Die Autoren des Vortrages Dr. Mario Wurglics und Dr. Christian Ude kommen beide aus Hessen. Dr. Wurglics arbeitet seit vielen Jahren im Team von Prof. Dr. Schubert-Zsilavecz an der Goethe-Universität in Frankfurt und beschäftigt sich mit der Analytik pflanzlicher Extrakte. Dr. Ude ist Inhaber der Stern-Apotheke in Darmstadt und seit vielen Jahren in vielfältigen pharmazeutischen Themenbereichen als Referent aktiv.

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