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Trauriger Rekordwert in Thüringen
06.01.2026 - Presse

Der Rückgang der Apothekenzahlen in Thüringen setzt sich mit unverminderter Geschwindigkeit fort. Insgesamt 13 Apotheken sind im Jahr 2025 für die Arzneimittelversorgung der Thüringer Bevölkerung verloren gegangen. So viele wie nie zuvor. Somit ist im Freistaat im 15. Jahr in Folge die Zahl der Apotheken gesunken. „Besonders dramatisch ist dabei, dass wiederum zwei Thüringer Gemeinden die einzige Apotheke am Ort verloren haben. In Blankenstein an der Saale und in Wandersleben wird es für die Menschen zukünftig deutlich schwieriger, an dringend benötigte Arzneimittel zu kommen.“, sagt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen.

Mehr als 110 Apotheken weniger als 2010

So sind es zu Beginn des Jahres 2026 nur noch 474 Apotheken, die für die Arzneimittelversorgung der Menschen in unserem Land Verantwortung übernehmen. „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich der Trend stoppen ließe. Für März sind bereits weitere Schließungen angekündigt,“ sorgt sich Apotheker Neidel. „Gerade mit Blick auf die geplanten tiefgreifenden Änderungen in der neu aufgewärmten Apothekenreform des Bundesgesundheitsministeriums können wir nichts erkennen, was tatsächlich eine sofort wirksame Hilfe wäre. Im Gegenteil, die Pläne werden dafür sorgen, dass die Versorgung gerade auf dem Land weiter geschwächt wird.“

Die Pläne sehen vor, dass gezielt „im ländlichen Bereich“ Apotheken zukünftig auch ohne Apothekerin oder Apotheker offengehalten werden können. „Was als eine gute Idee zur Vermeidung eines Mangels verkauft wird, ist bei Lichte betrachtet eine Bankrotterklärung und die Einführung einer Zweiklassenversorgung.“ Neidel nimmt kein Blatt vor den Mund: „Wer sagt, auf dem Land braucht es keine Apothekerin, keinen Apotheker, meint damit, auf dem Land brauchen wir keine erstklassige Versorgung.“

Die Arzneimittelversorgung gehört in die besten Hände

Apothekerinnen und Apotheker haben in einem Pharmaziestudium nach fünf Jahren alles gelernt, was man zu Arzneimitteln wissen muss. „Tabletten sind nicht so etwas wie nach alter Überlieferung gebackene Plätzchen. Sie sind Hochtechnologie, bei denen man eben leicht auch etwas falsch machen kann“, beschreibt es Neidel in einem Bild. Zum falschen Zeitpunkt angewendet, wirken Arzneimittel nicht oder nicht richtig. Das ist nicht gut für die Kranken, denn sie werden nicht gesund. Und es ist auch nicht gut für die Solidargemeinschaft, denn sie muss dann weitere Folgekosten tragen. „Für mich ist es unbegreiflich, wie unser Staat tatsächlich viel Geld in die Ausbildung von Arzneimittelexpertinnen und -experten steckt und dann nichts dafür tut, dass der Bevölkerung dieses Wissen auch zugutekommt.“ Gerade das Kostenargument lässt Neidel nicht gelten: „Manche Arzneimitteltherapie kostet so viel wie ein Kleinwagen. Da ist es doch gerade finanziell betrachtet extrem wichtig, dass es Apothekerinnen und Apotheker gibt, die dafür sorgen, dass die Arzneimittel auch richtig angewendet werden und die Menschen auch wirklich gesund werden.“

Mit dem Honorar von vor fast 15 Jahren kann das nicht gelingen

„Es muss uns gelingen, junge Menschen dafür zu begeistern, mit ihrer Arbeit Menschen vor Ort zu helfen. Mit dem Tag der Pharmazie am 25. März werden wir wieder dafür werben, dass auch in Zukunft die Arzneimittelversorgung sicher und erstklassig erfolgen kann. Allerdings müssen die politisch Verantwortlichen auch dafür sorgen, dass die Honorare konkurrenzfähig bleiben. Und zwar jetzt!“