Nach der Nachwuchsgewinnung ist vor der Nachwuchsgewinnung 01.04.2026 - Ausbildung, Presse
Noch beflügelt vom Tag der Pharmazie nahm die Landesapothekerkammer Thüringen am 1. April an der Preisverleihung des 35. Landeswettbewerbs Jugend forscht Thüringen teil. Erneut zeigte sich, wie wichtig es ist, junge Menschen frühzeitig für Naturwissenschaften zu begeistern und dabei auch die Pharmazie als spannendes und vielseitiges Berufsfeld sichtbar zu machen.
Wie bereits in der Vergangenheit bei den Thüringer Chemie- und Biologie-Olympiaden praktiziert, soll auch im Rahmen von „Jugend forscht“ die Pharmazie stärker ins Bewusstsein gebracht werden. Ziel ist es, die Option für den - aus unserer Sicht - schönsten Beruf der Welt in den Köpfen der Nachwuchstalente zu verankern.
Unter dem diesjährigen Motto „Maximale Perspektive“ nahmen insgesamt 160 Schülerinnen und Schüler mit 80 Projekten am Wettbewerb teil. Die Themenvielfalt war groß: Von Arbeitswelt über Biologie und Chemie bis hin zu Mathematik/Informatik, Physik und Technik reichte das Spektrum. Teilnehmen konnten für die Junior-Sparte Kinder bis 14 Jahre und in der regulären Sparte waren die Schülerinnen und Schüler 15 bis 21 Jahre alt.
Pharmazie steckt in vielen Projekten
Auffällig war, wie häufig sich aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen Bezüge zur Pharmazie herstellen ließen. Projekte wie „Hydrogel in der Kosmetik“, „Vom Farbumschlag zur Messkurve: Optimierung des Lactosenachweises über elektr. Parameter“, „Backtriebmittel – nur heiße Luft“ oder „Wirken Kräutertees gegen Erkältungen? Die antibakterielle Wirkung von Küchenkräutern“ zeigten eindrucksvoll, wie nah viele Fragestellungen bereits an pharmazeutischen Themen liegen und ließen so manches Apothekerherz höherschlagen.
„Überlebenskünstler: Wie wirken magensaft-ähnliche pH-Werte auf probiotische Bakterien?“
Ein besonderer Moment war in diesem Jahr die erstmalige Vergabe des LAKT Sonderpreises sowie die Übergabe durch Bildungsminister Christian Tischner. Ausgezeichnet wurde das Projekt „Überlebenskünstler: Wie wirken magensaft-ähnliche pH-Werte auf probiotische Bakterien?“. Die Jungforscherinnen und Jungforscher gingen darin der Frage nach, wie sich unterschiedliche Bedingungen im Magen auf probiotische Bakterien auswirken und ob die Einnahme auf nüchternen Magen, mit Flüssigkeit oder im Zusammenhang mit einer Mahlzeit erfolgen sollte. In mehreren Versuchsreihen setzten sie verschiedene Präparate – darunter auch ein bekanntes Trinkprodukt sowie Kapseln – pH-Werten von 1 bis 4 über unterschiedliche Zeiträume aus und werteten die Ergebnisse anhand von Koloniezählungen aus. Ziel war es, Rückschlüsse auf die Wirksamkeit, die optimale Einnahme sowie die Angaben der Hersteller zu ziehen – ein Ansatz, der in besonderer Weise an pharmazeutische Fragestellungen anknüpft.
Wir drücken allen Preisträgerinnen und Preisträgern fest die Daumen für den kommenden Bundeswettbewerb. Dort treffen traditionell im Mai die besten Nachwuchsforscherinnen und -forscher Deutschlands aufeinander – alle qualifiziert durch einen ersten Platz in den Landeswettbewerben. In sieben Fachgebieten messen sie sich auf höchstem Niveau.
Und wer weiß: Vielleicht findet sich in Zukunft auch eine eigene Kategorie „Pharmazie“. Potenzial und Interesse sind jedenfalls schon heute deutlich erkennbar.