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25 Jahre WEWS
05.11.2026 - Fortbildung

250 Apothekerinnen und Apotheker treffen sich zum Jubiläumswochenende in Jena

Jena wird am 7. und 8. November 2026 zum Treffpunkt der Apothekerschaft: Rund 250 Apothekerinnen und Apotheker aus sechs Bundesländern werden zum diesjährigen Wochenendworkshop (WEWS) am Carl-Zeiss-Campus der Friedrich-Schiller-Universität erwartet. Die Veranstaltung steht in diesem Jahr unter einem besonderen Zeichen: Der WEWS feiert sein 25-jähriges Bestehen. Was 2001 in Erlangen begann, hat sich über ein Vierteljahrhundert zu einer festen Größe in der gemeinsamen Fortbildung der beteiligten Apothekerkammern entwickelt.

Gastgeberin des Jubiläums-WEWS ist die Landesapothekerkammer Thüringen. Eröffnet wird das Fortbildungswochenende mit einem Grußwort der Thüringer Gesundheitsministerin Katharina Schenk. Neben Thüringen beteiligen sich die Apothekerkammern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt an der gemeinsamen Veranstaltung.

25 Jahre gemeinsames Lernen und Weiterentwickeln

Ein Vierteljahrhundert WEWS steht auch für die Entwicklung des pharmazeutischen Berufsbildes. Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg hat den Austausch über neue Versorgungsmodelle, pharmazeutische Kompetenzen und die Rolle der Apotheken im Gesundheitswesen begleitet.

Im Vorfeld der Eröffnung würdigt LAKT-Geschäftsführer Danny Neidel auch die gesundheitspolitische Entwicklung in Thüringen und die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ministerium. „Was mich trotz aller Herausforderungen zuversichtlich stimmt, ist, dass die aktuelle Landesregierung den Dialog mit unserem Berufsstand aktiv sucht, unsere Anliegen ernst nimmt und für Gespräche offen ist“, betont Neidel. Besonders die Unterstützung bei der Begleitung der Apothekenreform und die Initiative zur Sicherung des Festzuschlags von 3 Prozent seien wichtige Signale für die Apotheken vor Ort.

Auch die bisherigen Erfolge pharmazeutischer Zusammenarbeit seien ein wichtiger Teil dieser Entwicklung. Mit ARMIN sei ein Modellprojekt entstanden, das das Potenzial einer strukturierten pharmazeutischen Betreuung und der Zusammenarbeit von Ärzten und Apothekern gezeigt habe. Die pharmazeutischen Dienstleistungen führten diesen Gedanken inzwischen im Versorgungsalltag fort.

Frauengesundheit im Mittelpunkt – Impulse statt Frontalvorträge

Inhaltlich setzt der WEWS 2026 einen Schwerpunkt auf das Thema Frauengesundheit. Erstmals wird beim Auftakt konsequent auf klassische Frontalvorträge verzichtet. Stattdessen bilden vier kurze, moderierte Impulsreferate den Ausgangspunkt für den anschließenden fachlichen Austausch zwischen Referierenden und Teilnehmenden.

Die Themen greifen wichtige Fragestellungen der gesundheitlichen Versorgung von Frauen auf: die besonderen Symptome eines Herzinfarkts bei Frauen, die hormonelle Ersatztherapie, Endometriose und die Folgen häuslicher Gewalt. Dabei wird deutlich, dass eine gute Gesundheitsversorgung weit über die reine Arzneimitteltherapie hinausgeht und auch Prävention, Aufklärung und soziale Unterstützung umfasst.

An beiden Veranstaltungstagen stehen darüber hinaus sechs praxisorientierte Seminare zur Auswahl. Das Spektrum reicht von pharmazeutischen Dienstleistungen und interdisziplinärem Medikationsmanagement über unerwünschte Arzneimittelwirkungen bis hin zu herausfordernden Darreichungsformen und Arzneimittelwechselwirkungen im Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte.

„Gemeinsam gegen Sexismus“: Ausstellung setzt gesellschaftlichen Akzent

Einen besonderen Akzent setzt die Wanderausstellung „Gemeinsam gegen Sexismus“, die den WEWS begleitet. Sie erweitert das fachliche Programm um eine wichtige gesellschaftliche Perspektive. Sexismus und sexuelle Belästigung sind Themen, die auch im Gesundheitswesen und im beruflichen Alltag eine Rolle spielen. Die Ausstellung macht unterschiedliche Erscheinungsformen sichtbar, sensibilisiert für deren Auswirkungen und regt zur Auseinandersetzung an.

Gerade Apotheken sind Orte der Begegnung und des Vertrauens. Ein respektvoller Umgang miteinander, ein Bewusstsein für Grenzüberschreitungen und ein sensibler Blick für Betroffene sind wichtige Voraussetzungen für ein wertschätzendes berufliches Umfeld und eine verantwortungsvolle Gesundheitsversorgung.

Pharmazeutische Fachausstellung und persönlicher Austausch

Ergänzt wird das Fortbildungsprogramm durch eine pharmazeutische Fachausstellung. Sie bietet Gelegenheit, sich über Entwicklungen, Produkte und Dienstleistungen der Branche zu informieren und mit den ausstellenden Unternehmen ins Gespräch zu kommen.

Damit verbindet der WEWS auch im Jubiläumsjahr unterschiedliche Perspektiven: wissenschaftliche Erkenntnisse, praktische Erfahrungen, gesundheitspolitische und gesellschaftliche Fragestellungen sowie den persönlichen Austausch über Ländergrenzen hinweg.

Nach 25 Jahren steht der Wochenendworkshop damit weiterhin für eine Idee, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat: Gemeinsam lernen, voneinander profitieren und die Pharmazie aktiv weiterentwickeln.