Hitze und Medikamente: Lieber einmal mehr in der Apotheke fragen 14.08.2026 - Presse
Erfurt, 14. August 2026 – Mit seinem neuen Hitzeaktionsplan stärkt Thüringen den Schutz der Bevölkerung vor den gesundheitlichen Folgen zunehmender Hitze. Die Landesapothekerkammer Thüringen begrüßt das Engagement des Freistaats und weist zugleich auf einen wichtigen Aspekt des Hitzeschutzes hin: Auch Arzneimittel können durch hohe Temperaturen beeinträchtigt werden – und Hitze kann die Wirkung bestimmter Medikamente im Körper verändern.
„Hitzeschutz ist auch Arzneimittelschutz“, sagt Apotheker Danny Neidel. „Gerade Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten bei längeren Hitzeperioden ihre Arzneimitteltherapie im Blick behalten. Die Apotheke ist dafür eine unkomplizierte und kompetente Anlaufstelle.“
Hitze kann beispielsweise bei Blutdrucksenkern und Entwässerungsmitteln den Blutdruck stärker abfallen lassen oder den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt zusätzlich belasten. Auch bei bestimmten anderen Arzneimitteln ist besondere Vorsicht geboten. Bei Arzneimittelpflastern kann erhöhte Hauttemperatur beispielsweise die Aufnahme des Wirkstoffs beschleunigen. Die Landesapothekerkammer empfiehlt deshalb insbesondere Menschen mit einer dauerhaften Arzneimitteltherapie, sich bei längeren Hitzeperioden in der Apotheke oder Arztpraxis beraten zu lassen.
Auch die richtige Lagerung ist wichtig. Arzneimittel sollten entsprechend den Angaben auf Verpackung und Packungsbeilage aufbewahrt werden. Im aufgeheizten Auto oder in direkter Sonne können schnell Temperaturen entstehen, die für empfindliche Präparate problematisch sind. „Aber kühler ist nicht in jedem Fall besser“, betont Neidel. Entscheidend ist immer die konkrete Lagerungsvorschrift des jeweiligen Arzneimittels. Sie findet sich auf der Verpackung und in der Packungsbeilage.
„Arzneimittel sollten bei Hitze weder einfach anders dosiert noch eigenständig abgesetzt werden“, betont Neidel. „Wer unsicher ist, wie die eigenen Medikamente auf hohe Temperaturen reagieren oder wie sie richtig gelagert werden, kann sich jederzeit an die Apotheke wenden. Dort lässt sich individuell klären, worauf während einer Hitzeperiode zu achten ist.“
Die Landesapothekerkammer sieht die Apotheken vor Ort damit als wichtigen Teil des Hitzeschutzes vor Ort. Die Beratung kann dabei helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen und die Arzneimitteltherapie auch bei hohen Temperaturen sicher fortzuführen.
Drei einfache Tipps für heiße Tage
- Arzneimittel richtig lagern: Nicht in direkter Sonne oder im aufgeheizten Auto.
- Therapie nicht selbst verändern: Medikamente nicht eigenständig absetzen oder die Dosierung ändern.
- Bei Unsicherheit die Apotheke fragen: Besonders bei dauerhaft eingenommenen Arzneimitteln kann eine individuelle Beratung sinnvoll sein./li>