Apotheker ohne Grenzen unterstützt Hilfsaktion in Venezuela 06.07.2026 - Information & Internet, externe Gremien
Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. entsendet im Rahmen der Erdbebenhilfe in Venezuela eine ehrenamtliche Apothekerin, die gemeinsam mit der internationalen Hilfsorganisation International Medical Corps (IMC) Teil eines mobilen Emergency Medical Teams (EMT) wird, das die Gesundheitsversorgung in der besonders schwer betroffenen Region La Guaira unterstützt.
Versorgung der Betroffenen und Entlastung für Gesundheitseinrichtungen
Seit dem schweren Erdbeben am 24. Juni ist die humanitäre Lage weiterhin dramatisch. Nach Angaben der Vereinten Nationen kamen bislang mindestens 2.645 Menschen ums Leben, 12.666 Menschen wurden verletzt und rund 15.000 Menschen haben ihr Zuhause verloren. La Guaira gilt als die am stärksten betroffene Region. Während Such- und Rettungsmaßnahmen fortgesetzt werden, konzentriert sich die internationale Hilfe zunehmend auf die medizinische Versorgung der Überlebenden und die Stabilisierung der Gesundheitsstrukturen.
„Die Bilder und Berichte aus Venezuela machen uns tief betroffen. Unser Mitgefühl gilt den Familien, die Angehörige verloren haben, verletzt wurden oder vor den Trümmern ihrer Existenz stehen. Nach der akuten Rettungsphase beginnt nun eine ebenso entscheidende Zeit: Menschen benötigen medizinische Versorgung, Medikamente und funktionierende Gesundheitsstrukturen. Gemeinsam mit unseren internationalen und lokalen Partnern möchten wir mit unserer pharmazeutischen Fachkompetenz dazu beitragen, dass möglichst viele Menschen die notwendige Hilfe erhalten. Gerade in solchen Situationen zeigt sich, wie wichtig internationale Solidarität und die enge Zusammenarbeit humanitärer Organisationen sind“, sagt Jochen Wenzel, 1. Vorsitzender von Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V.
Klare Aufgabenverteilung im Nothilfe-Team
Das mobile Nothilfe-Team des IMC besteht aus drei Medizinerinnen, acht Pflegefachkräften sowie der ehrenamtlichen Apothekerin von Apotheker ohne Grenzen. Mobile medizinische Teams versorgen Betroffene direkt vor Ort und entlasten gleichzeitig beschädigte oder überlastete Gesundheitseinrichtungen. Die Apothekerin trägt die Verantwortung für die sichere und bedarfsgerechte Arzneimittelversorgung innerhalb des Teams. Zu ihren Aufgaben gehören die Bereitstellung und Kontrolle von Medikamenten, die pharmazeutische Beratung des medizinischen Personals, die Sicherstellung einer kontinuierlichen Arzneimittelversorgung sowie die Unterstützung der medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten vor Ort.
„In der humanitären Nothilfe ist die enge Zusammenarbeit vieler Organisationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten ein entscheidender Faktor, um Menschenleben zu retten. Als pharmazeutische Hilfsorganisation sorgen wir für eine funktionierende Arzneimittelversorgung. Ohne Medikamente können Verletzungen nicht behandelt, Infektionen nicht verhindert oder chronisch kranke Menschen nicht weiter versorgt werden. Mit der Entsendung unserer Einsatzkraft leisten wir gemeinsam mit International Medical Corps einen wichtigen Beitrag, damit Hilfe dort ankommt, wo sie jetzt dringend benötigt wird", sagt Franziska Schneider, Koordinatorin im Nothilfe-Team von Apotheker ohne Grenzen.