• Kontrast
  • Schrift verkleinern
  • Schrift vergrößern
Menu

Thüringer Kammern warnen vor gesundheitlichen Gefahren von Hitze - Arzt und Apotheker als wichtige Ratgeber
10.06.2026 - Presse

Den Gemeinsamen Hitzeaktionstag, eine Initiative von Bundesärztekammer, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), des AWO Bundesverbandes, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, des Deutschen Pflegerats, des GKV-Spitzenverbandes und des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes sowie weiterer Institutionen und Verbände nehmen die Landesapothekerkammer und die Landesärztekammer Thüringen erneut zum Anlass, um auf die Gesundheitsgefahren von Hitze aufmerksam zu machen.

Ziel des Hitzeaktionstages mit mehr als 150 Organisationen aus Gesundheitswesen, Pflege, Wohlfahrt und Zivilgesellschaft ist es auch, gemeinsam zu warnen, dass Deutschland auf Extremhitze als Krisenlage bislang nicht ausreichend vorbereitet ist. Hitze muss künftig verbindlich auch in Krisenvorsorge und Katastrophenschutz integriert werden.

Aber die Hitze trifft die Menschen natürlich auch in ihrem alltäglichen Leben. Hitze ist eines der größten klimawandelbedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland. In diesem Jahr hat Europa schon vor dem Sommer bereits extreme Hitzephasen erlebt, darunter eine Ende Mai, bei der in Südfrankreich und Norditalien Temperaturen von über 40 Grad Celsius gemessen wurden. Hitzewellen werden häufiger, länger und intensiver - mit erheblichen Folgen für die Gesundheit der Bevölkerung und die Belastbarkeit des Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesens. "Die nächsten sehr heißen Tage kommen gewiss auch in Deutschland, und es ist uns wichtig, auf die gesundheitlichen Gefahren von Hitze hinzuweisen", sind sich der Präsident der Landesärztekammer Thüringen, Dr. Hans-Jörg Bittrich, und der Präsident der Landesapothekerkammer Thüringen, Ronald Schreiber, einig.

Ärzteschaft und Apotheker können Patienten beraten

In Hitzeperioden kommt es zu einer zusätzlichen Belastung des Gesundheitssystems. Neben einer erhöhten Krankheitslast steigt die Zahl der Krankenhauseinweisungen. Darüber hinaus sind Millionen von Menschen in ihrer Produktivität und ihrem Wohlbefinden stark eingeschränkt. "Hier sind ganz besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen betroffen. Aber auch Säuglinge, Kinder und Schwangere sowie Obdachlose und Menschen, die im Freien arbeiten, haben verstärkt unter der Hitze zu leiden und sollten sich über Mittag im Schatten aufhalten, ausreichend trinken und Möglichkeiten der Abkühlung suchen. Entsprechende Schutzkonzepte in Kommunen und Kindergärten sollten pragmatisch umgesetzt werden", so der Präsident der Landesärztekammer, Hans-Jörg Bittrich.

Beim Thema Hitze können sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Apothekerinnen und Apotheker eine wichtige Rolle spielen und Patientinnen und Patienten auf mögliche Gefahren und Auswirkungen von Hitze hinweisen und beraten. "Salopp formuliert könnte man sagen: Ist Hitze im Anmarsch, dann fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker", so Ronald Schreiber und Hans-Jörg Bittrich. Dabei geht es nicht nur um die bereits genannten allgemeinen Hinweise, sondern auch um Themen von Medikamentenlagerung bis hin zu Fragen der veränderten Wirkung von Medikamenten bei Hitze. "Viele Menschen wissen nicht, dass Hitze die Wirkung von Medikamenten massiv beeinträchtigen kann. Hier müssen Apotheken und Arztpraxen an einem Strang ziehen, um Patientinnen und Patienten sicher durch den Sommer zu bringen", so der Präsident der Landesapothekerkammer Thüringen, Ronald Schreiber. Damit die Beratung noch besser gelingt, bietet die Landesapothekerkammer im Rahmen des Hitzeaktionstages auch eine entsprechende Fortbildung "Hitzefrei für Diuretika" für ihre Mitglieder an.

Da in Zukunft noch längere und intensivere Hitzeperioden drohen, auf die Deutschland bisher nicht ausreichend vorbereitet ist, ist es eine gemeinsame Forderung von Ärzte- und Apothekerschaft, den gesundheitlichen Hitzeschutz gesetzlich zu verankern. Kommunen, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Kindergärten, Schulen und Unternehmen sollten Schutzkonzepte pragmatisch umsetzen. Notwendig ist folglich ein klarer gesetzlicher Rahmen für gesundheitlichen Hitzeschutz auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Über das Gesundheitsrecht hinaus muss der Hitzeschutz zugleich in relevanten Gesetzen und Rechtsverordnungen berücksichtigt werden, insbesondere auch im Bau- und Arbeitsrecht.