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Tag der Apotheke 2026: Apotheken sind unverzichtbar für Gesundheitsversorgung und Krisenfestigkeit in Thüringen
04.06.2026 - Presse

Zum Tag der Apotheke weisen die Landesapothekerkammer Thüringen und der Thüringer Apothekerverband auf die zentrale Bedeutung der öffentlichen Apotheken für die Gesundheitsversorgung und die Krisenfestigkeit des Freistaats hin. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre hätten gezeigt, wie wichtig ein flächendeckendes Netz wohnortnaher Apotheken für die Bevölkerung sei. "Spätestens seit der Corona-Pandemie und den aktuellen geopolitischen Krisen ist deutlich geworden, wie wichtig resiliente Versorgungsstrukturen sind“, erklärt Ronald Schreiber, Präsident der Landesapothekerkammer. „Die Apotheken vor Ort verfügen bereits heute über genau die Eigenschaften, die in vielen Bereichen erst mühsam aufgebaut werden müssen: Sie sind dezentral, kleinteilig organisiert und jederzeit handlungsfähig.“

Bewährte Strukturen in Krisenzeiten

Wie leistungsfähig dieses System ist, habe sich insbesondere während der Corona-Pandemie gezeigt. Als Desinfektionsmittel zeitweise kaum verfügbar waren, organisierten viele Apotheken kurzfristig die notwendigen Ausgangsstoffe über regionale Partner und stellten die Präparate selbst her. So konnten Versorgungslücken schnell und unbürokratisch geschlossen werden. Die Stärke des Apothekennetzes liege gerade in seiner dezentralen Struktur. Fällt eine einzelne Apotheke aus, bleibt die Versorgung insgesamt gewährleistet. Anders wäre dies bei einer Konzentration auf wenige große Anbieter oder zentrale Versorgungsstrukturen. „Eine wohnortnahe Arzneimittelversorgung ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge und der inneren Resilienz unseres Landes“, so Stefan Fink, Vorsitzender des Thüringer Apothekerverbandes.

Apotheken übernehmen immer mehr Gesundheitsaufgaben

Gleichzeitig entwickeln sich Apotheken zunehmend zu niedrigschwelligen Gesundheitszentren. Impfungen, pharmazeutische Dienstleistungen, Präventionsangebote und diagnostische Tests ergänzen bereits heute die klassische Arzneimittelversorgung und entlasten Arztpraxen sowie andere Bereiche des Gesundheitssystems. „Die Menschen erwarten zu Recht schnelle und unkomplizierte Gesundheitsangebote in ihrer Nähe. Apotheken können hier einen wichtigen Beitrag leisten und werden dies künftig noch stärker tun“, betont Fink.

Versorgungssicherheit braucht starke Apotheken vor Ort

Trotz der wachsenden Aufgaben bleibt die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken angespannt. Bundesweit ist die Zahl der Apotheken auf einen historischen Tiefstand gesunken. Auch Thüringen bleibt von dieser Entwicklung nicht verschont. In den vergangenen Jahren wurden die Vergütungen der Apotheken nicht ausreichend an die allgemeine Kostenentwicklung angepasst. Gleichzeitig steigen Personal-, Energie- und Betriebskosten kontinuierlich. „Wer die Gesundheitsversorgung stärken will, muss auch die wirtschaftlichen Grundlagen der Apotheken sichern. Jeder weitere Apothekenverlust schwächt die Versorgung vor Ort und reduziert die Krisenfestigkeit unseres Gesundheitssystems“, warnt Apotheker Fink.

Gerade mit Blick auf die aktuelle Sicherheitslage in Europa gewinnt die Frage einer belastbaren Gesundheitsversorgung zusätzlich an Bedeutung. Fachleute aus dem Bereich des Bevölkerungsschutzes weisen seit Längerem darauf hin, dass eine flächendeckende Arzneimittelversorgung auf leistungsfähige Vor-Ort-Apotheken angewiesen ist. „Digitale Angebote können die Arbeit der Apotheken sinnvoll ergänzen. Sie können jedoch die persönliche Beratung, die unmittelbare Arzneimittelversorgung und die Krisenfestigkeit eines wohnortnahen Apothekennetzes nicht ersetzen“, erklärt Fink.

Zum Tag der Apotheke appellieren die Landesapothekerkammer Thüringen und der Thüringer Apothekerverband daher an die Bundespolitik, den Wert der öffentlichen Apotheken anzuerkennen und die notwendigen Rahmenbedingungen für ihren Erhalt zu schaffen. „Starke Apotheken vor Ort bedeuten Gesundheitssicherheit, Versorgungssicherheit und Krisenfestigkeit für die Menschen in Thüringen“, so Präsident Schreiber abschließend.