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100 Jahre Apothekerkammergesetz in Thüringen
30.04.2026 - Presse

Mit einer festlichen Veranstaltung im Thüringer Apothekerhaus wird das 100-jährige Jubiläum des Thüringer Apothekerkammergesetzes vom 30. April 1926 gewürdigt. Im Mittelpunkt stehen die Veröffentlichung des Buches „Pharmazie des Lebens“, das 100 Innovationen der Pharmazie vorstellt, sowie der Start der gleichnamigen digitalen Plattform.

Das Jubiläum erinnert an einen zentralen Meilenstein: Mit dem Apothekerkammergesetz wurde vor 100 Jahren die Grundlage für die berufliche Selbstverwaltung der Apothekerinnen und Apotheker in Thüringen geschaffen. „Wir feiern nicht nur ein Gesetz, sondern die Idee eines freien Heilberufs, der seine Angelegenheiten selbst regelt – im Dienst der Patientinnen und Patienten", so Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen.

Die Geschichte der Kammer reicht jedoch weiter zurück: Bereits 1808 gründete Johann Bartholomäus Trommsdorff in Erfurt das „Erfurter Apothekerkränzchen“, eine der ersten organisierten Vereinigungen von Apothekern in Thüringen. Nach der gesetzlichen Verankerung 1926 setzte sich die Kammer früh für hohe Qualitätsstandards, Ausbildung und Berufsethik ein. Die Entwicklung war jedoch von Brüchen geprägt: 1937 wurde die Thüringische Apothekerkammer im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung aufgelöst. Auch in der DDR blieb eine unabhängige berufliche Selbstverwaltung ausgeschlossen. Erst mit der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung konnte die Landesapothekerkammer Thüringen im Jahr 1990 neu gegründet werden. „Unsere Geschichte zeigt deutlich: Wo staatliche Bevormundung überwiegt, haben freie Heilberufe keinen Platz. Selbstverwaltung ist keine Selbstverständlichkeit – sie ist ein hohes Gut, das wir bewahren müssen“, so Apotheker Neidel.

Heute vertritt die Landesapothekerkammer Thüringen rund 2.000 Apothekerinnen und Apotheker und übernimmt zentrale Aufgaben für Qualitätssicherung, Fort- und Weiterbildung sowie die Organisation der pharmazeutischen Versorgung, einschließlich des Notdienstes.

Parallel zum Jubiläum wird das Buch „Pharmazie des Lebens“ vorgestellt. Es beleuchtet 100 wegweisende Innovationen, die die Pharmazie geprägt haben und bis heute Einfluss auf die Gesundheitsversorgung nehmen. Ergänzt wird das Projekt durch eine digitale Plattform, die diese Entwicklungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht. „Pharmazie ist die Grundlage der Arzneimittelversorgung – sie ist aber eben auch Innovationstreiber, Gesundheitsgarant und Teil unseres täglichen Lebens. Mit diesem Projekt machen wir diese Leistungen des Berufsstandes sichtbar“, berichtet Neidel.

Als Ehrengast wird die Thüringer Gesundheitsministerin Katharina Schenk erwartet. In einem Gespräch unter dem Titel „504 Tage Ministerin – Blick zurück und nach vorn“ wird sie eine gesundheitspolitische Bilanz ziehen.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Musik trifft Pharmazie“ und verbindet fachlichen Austausch mit einem bewusst offenen, persönlichen Rahmen. Umso mehr freut es die Veranstalter, mit der Band „Chips“ eine Formation präsentieren zu können, die den Abend auf besondere Weise prägt – und dabei genau das verkörpert, was auch die Pharmazie auszeichnet: Leidenschaft, Beständigkeit und die Fähigkeit, Menschen zu verbinden. Die Band „Chips“ besteht bereits seit 1985. Der Bandname entstand – ganz im Geist der Zeit – in Anlehnung an die Mikroelektronik der DDR. Für den Jubiläumsabend besonders passend ist die enge Verbindung der Band zur Pharmazie. Mit auf der Bühne steht Antje Mannetstätter – Apothekerin, klassisch ausgebildete Pianistin und leidenschaftliche Musikerin. Gemeinsam mit ihrem Mann Axel Hillebrand, Gründungsmitglied, Sänger und charismatischer Bühnenmensch, prägt sie die Band seit vielen Jahren. Mit Clara Mannetstätter steht zudem die nächste pharmazeutische Generation auf der Bühne – musikalisch ausdrucksstark und mit bemerkenswerter Präsenz. Ergänzt wird das Ensemble durch Gitarrist Ralf Herder, der der Band seit über vier Jahrzehnten die Treue hält.

So verbindet dieser Abend auf besondere Weise das, was auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich erscheint – und sich am Ende doch ganz selbstverständlich zusammenfügt: Musik und Pharmazie, Emotion und Wissenschaft, Bühne und Alltag.