Apothekennetz bewährt sich und sichert Arzneimittelversorgung in Thüringen

26.03.2020 - Pandemie, Presse
In Krisenzeiten zeigt sich, dass sich die Thüringer auf das System der Arzneimittelversorgung verlassen können. Trotz der angespannten Lage sind alle 531 Apotheken im Freistaat geöffnet und stellen sicher, dass die Patienten ihre Arzneimittel bekommen.

„Die letzten Tagen waren schon besonders“, berichtet Apotheker Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen, „Die Verunsicherung der Menschen war praktisch mit den Händen greifbar. Aber wir haben eben auch das Vertrauen gespürt, dass sich die Patienten in ihrer Apotheke in guten Händen wissen und wir uns um ihre Sorgen kümmern.“ Dieses Vertrauen ist gerade in Krisenzeiten enorm wichtig, denn es gibt den Patienten Sicherheit, wenn diese zu schwinden scheint. Aber auch für die Apotheken ist dieses Vertrauen wichtig, denn es gibt den Mitarbeitern die Kraft, auch in Zeiten von Schulschließungen und Quarantäne durchzuhalten.

Natürlich gehen diese Herausforderungen an den Apotheken nicht spurlos vorbei. Auch die Kinder der Apothekenmitarbeiter müssen betreut werden und nicht immer entsteht ein automatischer Anspruch auf die Kindernotbetreuung. Dabei wird jeder Mitarbeiter dringend gebraucht, schließlich sind es ja gerade die Gesundheitsberufe, bei denen die Gefahr, sich selbst zu infizieren besonders hoch ist, schließlich stehen sie in der ersten Verteidigungslinie. Auch wenn die Hygienemaßnahmen in den Apotheken natürlich immer großgeschrieben werden und sich die Pharmazeuten damit bestens auskennen.

„Die Belastungen werden in den kommenden Wochen kaum abnehmen, denn zur täglichen Arbeit, muss auch der Kopf diese außergewöhnlichen Belastungen verarbeiten“, zeigt sich der Apotheker nachdenklich. „So gut dies möglich ist, haben sich die Thüringer Apotheken vorbereitet. In vielen Orten wurden die Öffnungszeiten angepasst, um Personalausfälle zu kompensieren und den verbleibenden Mitarbeitern genügend Erholung zu sichern. Und sollte tatsächlich eine Apotheke komplett ausfallen, wurde durch die Kammer eine automatische Absicherung in die Notdienstpläne eingeführt, damit keine Lücken entstehen.“, so der Kammergeschäftsführer „Ein Sicherheitsnetz für den Notfall - damit kennen wir uns eben auch aus.“

Doch eins ist dem Apotheker ganz besonders wichtig. „Ich bin unglaublich stolz auf die tausenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Apotheken und Krankenhäusern, die jetzt zeigen, dass ihr Beruf Berufung ist. Das Patientenwohl ist keine Floskel, sondern tatsächlich unser höchstes Gut. Das zeigen zum Beispiel die vielen Pharmaziestudierenden aus Jena, die sich freiwillig gemeldet haben, um in den Apotheken auszuhelfen. Das ist ein ganz wunderbares Zeichen und genau so etwas ist in Krisenzeiten wichtig.“

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