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Abgabe von Wasserstoffperoxidlösung an Jäger

Häufig verlangen Jäger Wasserstoffperoxid zum Bleichen ihrer Trophäen. In der ChemVerbotsV finden sich keine gesonderten Regelungen zur Abgabe von Wasserstoffperoxid-Lösungen. Damit gelten für die Abgabe dieser Chemikalie an private Endverbraucher direkt die Vorgaben der Verordnung (EU) Nr. 98/2013, wonach das Inverkehrbringen von Wasserstoffperoxid-Lösung über 12 Prozent verboten ist. Hintergrund dieser Verschärfung ist die missbräuchliche Verwendung von Wasserstoffperoxid für die Herstellung von Triaceton-triperoxid (TATP), einem Sprengstoff, der in der Terrorszene Verwendung findet.

Für die Abgabe an Wiederverkäufer, berufsmäßige Verwender und öffentliche Forschungs-, Untersuchungs- und Lehranstalten gilt diese Abgabebeschränkung ab einem Gehalt von 12 Prozent nicht. Hier ist jedoch zu beachten, dass Wasserstoffperoxid-Lösungen mit einem Gehalt ab 50 % brandfördernde Eigenschaften besitzen und somit unter die Regelungen der ChemVerbotsV fallen.

Eine Abgabe von Wasserstoffperoxid über 12 Prozent an Jäger ist folglich nur möglich, wenn diese zur Gruppe der berufsmäßigen Verwender gehören. Berufsjäger besitzen einen entsprechenden Ausweis mit Dienstsiegel. Folgende Berufsgruppen gehören ebenfalls dazu:

  • Forstwirte,
  • Forstingenieure,
  • Forstwissenschaftsingenieure,
  • Diplomforstingenieure und
  • Diplomforstwissenschaftler.

Auf privater Basis tätige Jäger benötigen einen Gewerbeschein, der die betreffende Tätigkeit genau ausweist.

Bisher haben Jäger in öffentlichen Apotheken zum Bleichen häufig Wasserstoffperoxidlösung in hoher Konzentration (üblicherweise 30 %) nachgefragt. Eine Abgabe von Wasserstoffperoxid >12 Prozent an Jäger ist seit 1. März 2017 nur noch möglich, wenn diese zur Gruppe der berufsmäßigen Verwender gehören. Die meisten privat tätigen Jäger besitzen jedoch keinen Gewerbeschein, so dass ihnen nur noch Wasserstoffperoxidlösung in Konzentrationen bis max. 12 % für diese Zwecke zur Verfügung steht.

Hoch konzentrierte Wasserstoffperoxidlösung schädigt den Knochen, so dass er kreidig wird. Außerdem ist es ein Irrglaube, dass eine hochkonzentrierte Lösung den Knochen entfetten würde. Im Veterinäranatomischen Institut der Universität Leipzig wird deshalb für das Bleichen von Knochen Wasserstoffperoxid in 3-5 %iger handwarmer bis kalter Lösung verwendet. Die gebrauchsfertige Lösung kann zwei- bis dreimal verwendet werden. Ob diese noch eine oxidierende Wirkung besitzt, erkennt man an einer Bläschenbildung in Metall- oder Aluminiumgefäßen bzw. Schöpfkellen. Der Knochen des Gehörns kann auch in flüssigkeitsgetränkter Watte bis zu den Rosettenstielen eingepackt werden, so dass der Flüssigkeitsstand im Gefäß nicht bis zu den Rosetten reichen muss. Dies ist ohnehin zu vermeiden, da die Rosetten dann auch an den Unterseiten entfärbt werden.

Quellen:
Sächsische Landesapothekerkammer
Information von Dr. Ilka Emmerich, VETIDATA, Institut für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie, Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig vom 3. Mai 2017.

LAKT: 06.06.2017

 

 

 
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