Risikokommunikation zu COVID-19 in den Medien

21.08.2020 - externe Gremien, Information & Internet, Pandemie, Presse

Das Netzwerk evidenzbasierte Medizin (EbM) hat eine Stellungnahme zum Thema Risikokommunikation zu COVID-19 verfasst. Danach werden die Informationen über COVID-19 in den Medien oft in einer irreführenden Art und Weise dargestellt, z. B. durch missverständliche Ranglisten, fehlende Vergleichsgruppen und umstrittene Einzelfallberichte. Die aktuellen Daten zu COVID-19 sind mit großer Unsicherheit behaftet. Aus Sicht der Verfasser ist es zumutbar, der Bevölkerung diese Unsicherheit verständlich zu kommunizieren.

Bereits in zwei früheren Stellungnahmen zu COVID-19 hat das EbM Netzwerk die Beachtung wissenschaftlicher Kriterien einer evidenzbasierten Risikokommunikation in der medialen Berichterstattung gefordert. Auch wenn es Verbesserungen im zeitlichen Verlauf sieht, bestehe das Problem der missverständlichen Kommunikation weiterhin, auch wenn einige Medien inzwischen qualitativ hochwertige Hintergrundinformationen lieferten.

Das EbM liefert anhand einiger Beispiele anschauliche Beweise dafür, was konkret kritisiert wird. Gleichzeitig liefert das Netzwerk Kriterien für die evidenzbasierte Risikokommunikation, die sie aus „Gute Praxis Gesundheitsinformation“ und der „Leitlinie Gesundheitsinformation“ extrahiert.

EbM-Kolumne zum anlasslosen Testen auf SARS-CoV-2

Und wenn Sie beim kritischen Lesen sind und wieder Spaß an Mathematik gefunden haben, dann empfehlen wir Ihnen gleich noch die aktuelle EbM-Kolumne von Dagmar Lühmann, die im Septemberheft des Journals der KV Hamburg erscheint und jetzt schon vorab zu lesen ist. Ihr Fazit: Für Personen, bei denen kein begründeter Verdacht auf eine Infektion vorliegt, ist die Aussagekraft eines einzelnen positiven Testergebnisses verschwindend gering.

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