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Thüringer Apothekerparlament tritt neu zusammen

Die Kammerversammlung der Thüringer Apotheker kam am 11. Mai zu ihrer 44. Sitzung in Erfurt zusammen. Das Thüringer Apothekerparlament trat mit seiner konstituierenden Sitzung in die 6. Legislaturperiode seit der politischen Wende ein. Der Präsident der Kammer, Apotheker Ronald Schreiber aus Erfurt, wurde dabei von den Delegierten in seinem Amt bestätigt.

Schreiber bedankte sich bei den Apothekerinnen und Apothekern für das erneut ausgesprochene Vertrauen. Er sehe die Apothekerschaft vor neuen und großen Herausforderungen. "Die Entwicklungen der letzten Jahre stellen den Berufsstand vor immer größere Schwierigkeiten. Die Arzneimittelversorgung in Deutschland ist leistungsfähig, effizient und funktioniert reibungslos. Leider führt dies die Politik immer wieder zu dem Missverständnis, dass hier weitere Sparpotentiale ausgeschöpft werden könnten." so der wiedergewählte Präsident.

Die letzten Jahre scheinen der Politik Recht zu geben. Über Rabattverträge, Abschlagszahlungen und Sonderopfer wurden immer wieder Einsparziele in Millionen vorgegeben, die die Apotheker erbringen mussten und erbracht haben. Allerdings zwingen neue Zwangsabschläge und weitergereichte Sparverpflichtungen des pharmazeutischen Großhandels den Berufsstand, neben dem ganz normalen Rabattvertragsalltag sein gesamtes logistisches und organisatorisches Können in die Waagschale zu werfen.

"Mit dem Geld von Versicherten sorgsam und kostenbewusst umzugehen ist sicher richtig und auch eine Verpflichtung. Aber die Kassen haben auch eine Verpflichtung den zukünftigen Beiträgen gegenüber. Wer heute die Arzneimittelversorgung effizienter und das kann nur heißen billiger machen will, setzt auf Gesundheitsvorsorge in der Ramschabteilung.", kommentiert Schreiber die aktuellen Sparvorgaben für die Arzneimittelfachleute.

"Das Maß ist voll. Wenn der selbstständige Leiter einer typischen Apotheke in Deutschland mit dem Gehalt eines Angestellten zufrieden sein muss, fragt man sich schon, ob sich die Selbstständigkeit lohnt. Wenn dies das Ergebnis einer liberalen Mittelstandsförderung sein soll, kann das nur ein Missverständnis sein. Hier ist dringend eine Neujustierung erforderlich."

Die Arzneimittelversorgung durch mittelständige Apotheken soll auf lange Sicht einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung in Deutschland leisten, wenn es nach dem Willen der Thüringer Apotheker geht. In den verabschiedeten Anträgen zum Deutschen Apothekertag im Herbst in Berlin sprechen sich die Delegierten für die volle Verantwortlichkeit aller Apotheken aus, insbesondere auch im Bereich des Apothekennotdienstes und der individuellen Arzneimittelherstellung.

Ihre Verantwortung zeigen die Apotheker auch im Bezug auf die Entsorgung von Altarzneimitteln. Sie fordern den Gesetzgeber auf, im Angesicht nachweisbarer Arzneimittelreste in Abwässern, die Arzneimittelentsorgung endlich gesetzlich zu regeln und ein gesondertes Entsorgungssystem zu etablieren, wie dies beispielsweise bei Altbatterien schon lange der Fall ist.

Im Rahmen der 44. Kammerversammlung wurden ebenfalls die Vizepräsidenten Dr. Lutz Gebert, Schmölln, und Dr. Jörg Wittig, Schleiz, gewählt. Vier Beisitzer komplettieren den Vorstand:
Frau Apothekerin Sylvia Fandrei, Bad Blankenburg;
Frau Apothekerin Sabine Kratky, Saalfeld;
Frau Apothekerin Dr. Antje Mannetstätter, Floh-Seligenthal;
Frau Apothekerin Dr. Anke Ritter, Arnstadt.

LAKT: 20.05.2011

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